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Junge Musiker begeisterten

Dietmar Ebert über das Exzellenzkonzert mit Studenten und Absolventen der Weimarer Musikhochschule FRANZ LISZT und der Jenaer Philharmonie am Donnerstag, den 21. Januar 2016


Technische Sicherheit und feines Gespür für Klangbilder

Clemens Mohr
Clemens Mohr Foto: Clemens Mohr
Zu Beginn des Konzertes spielte Ekaterina Chernozub Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 in A-Dur, KV 488 sehr zart und mit leichtem Anschlag. Ihr zur Seite stand am Dirigentenpult Clemens Mohr. Er sorgte durch markante Zeichengebung für einen schlanken, durchsichtigen Mozart-Klang.
Sein ganzes Können offenbarte Clemens Mohr im Dirigat von Ernest Blochs selten zu hörender Suite für Viola und Orchester aus dem Jahr 1919, die von der jungen Bratschistin Liv Bartels großartig gemeistert wurde. Mit warmem, dunklem Ton stimmte die Solistin im 1. Satz einen Klagegesang an, um im Verlauf der gesamten viersätzigen Suite im Dialog zwischen verschiedenen Soloinstrumenten und Instrumentengruppen zwischen Klagen und ironisch gebrochenen Seufzern und frischen, frechen Rhythmen zu wechseln. Liv Bartels bewältigte die technisch anspruchsvolle Partitur mühelos und konzentrierte sich ganz auf ihr ausdrucksvolles Spiel. Clemens Mohr erwies sich als ein Partner, der mit Umsicht und Feingefühl für ein ausgewogenes Klangbild sich an diesem Abend als Mozart-Dirigent und als Dirigent für Werke der klassischen Moderne empfahl.

Johannes Braun hinterließ mit seiner Interpretation von Tschaikowskis vierter Sinfonie in f-Moll einen starken Eindruck, gelang es ihm doch zunehmend, mit dem Orchester, seine eigene Lesart der Tschaikowski-Sinfonie umzusetzen. Er vermochte die großen Bläsereinsätze wirkungsvoll ins Klangbild hineinzuweben, bewies Sinn für die Dramatik und Eleganz der Sinfonie, und er ließ die Weite der russischen Landschaft und die Größe der russischen Seele spüren. Vielleicht geriet ihm der Beginn des 4. Satzes etwas zu brachial, doch gelang es ihm, das auszubalancieren und den Finalsatz zum Höhepunkt der Sinfonie zu gestalten.
Großer Beifall für ein anspruchsvolles sinfonisches Dirigat.

 


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